Staat, Nation, Kapital, Atom – Scheiße!

Seit der Atomkatastrophe von Fukushima erstarkt die Anti-Atomkraft-Bewegung in Deutschland und vielen anderen Teilen der Welt. Stimmen, die fordern, dass alle AKWs abgeschaltet werden sollen, werden wieder lauter, die Regierung antwortet, wie üblich, mit Versprechungen. Offenbar reift sogar bei den letzten Parlamentarier_Innen die Erkenntnis, dass sich mit Atomkraft keine Wahl mehr gewinnen lassen wird. Jedoch liegt nicht die ganze Schuld bei der schwarz-gelben Regierung, sondern das Vorhanden sein von Atomkraftwerken ist durch das Profitstreben, also durch die elementarste Kraft des kapitalistischen Systems, bedingt. In einer kapitalistischen Gesellschaft steht das Profitstreben, ganz gleich in welcher Branche, vor dem Wohl des Planeten und seiner Bewohner_Innen. Ob Verpestung der Luft durch Kohlekraftwerke, Vergiftung ganzer Landstriche durch die Erdölförderung oder Aussicht auf die Verstrahlung riesiger Gebiete durch einen AKW-Unfall, der Profit rechtfertigt die Ausbeutung und Zerstörung des Planeten Erde, unserer einzigen Heimat die wir besitzen. Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist, um zu „funktionieren“, auf stetiges Wachstum angewiesen. Dadurch, dass die Produktion immer weiter wächst, steigt natürlich auch der Energiebedarf. Da bei der Energiegewinnung ebenfalls der Profit die Maxime ist, werden dazu primär riskante und umweltschädigende Technologien, wie eben Atomkraft, genutzt. Regenerative Energien versprechen weniger Profite für die Produzenten und werden daher weniger entwickelt und eingesetzt. Der Ausbau der erneuerbaren Energien geschieht nicht, weil profitorientierte Konzerne Rücksicht auf die Umwelt nehmen würden, sondern weil finanzielle Anreize (Subventionen) geschaffen werden. Diese bestehenden Verhältnisse kann man jedoch nicht abwählen, keine andere Regierung wird sie grundlegend ändern. Vielen Menschen ist bewusst geworden, dass sie durch Wahlen nichts verändern können, sondern anfangen müssen für ihre Überzeugungen und für ihren Planeten zu kämpfen. Jede Art von Kampf wird jedoch vom Staat kriminalisiert. Wenn also die Regierung beschließt, aus der Atomkraft auszusteigen, dann bedeutet dies nicht, dass das Problem beseitigt ist. Die Produktion wird dadurch noch nicht automatisch ressourcensparender und die Erde nicht weniger Ausgebeutet. Das Problem liegt, wie erläutert, im profitorientierten Wirtschaftssystem. Eine Wirtschaft, welche darauf ausgerichtet ist, die Bedürfnisse der Menschen zu decken, anstatt durch Werbung Bedürfnisse immer neu zu erschaffen und möglichst viel abzusetzen, könnte erheblich ressourcensparender produzieren. Erreicht werden könnte dies zum Beispiel durch gesellschaftliche Organisierung von unten, d.h. die Betroffenen entscheiden selber, was produziert werden soll und wie dies geschieht. Auch erneuerbare Energien könnten viel mehr eingesetzt werden, wenn der Entscheidende Faktor nicht mehr ist, wie viel Gewinn sich mit der Anlage machen lässt, sondern wie gut sie zu den Interessen und Bedürfnissen von Mensch und Umwelt passt. Um unseren Planeten und damit unseren Lebensraum zu schonen, sollten wir schon heute anfangen, eine weitestgehend dezentrale Energieversorgung auf Basis von umweltfreundlichen Technologien zu organisieren. Die Mittel die jetzt in den Bau neuer Kohlekraftwerke investiert werden, könnten, wären sie nicht an den Profit der Stromkonzerne gebunden, auch eingesetzt werden, um Solarpanele auf den Dächern der Häuser zu installieren.

Atomausstieg jetzt! Selbst organisieren – Selbstbestimmt handeln!

Anarchist_Innen aus Hzgt. Lauenburg