Schwarzenbek
Eure Heuchelei trieft vor Blut! III
Von anarchistische Gruppe Schwarzenbek am 04. Mai 2015 veröffentlicht in Antifaschismus, Anarchie und Schwarzenbek.

Die schwarzenbeker SPD mag zwar auf ihrer Facebookseite ein Bild veröffentlichen, auf dem „Konsequent gegen Nazis“ steht, aber es wirkt mehr als lächerlich, wenn man näher hinschaut und feststellen kann, dass die SPD gar nichts gegen die Naziaktivitäten in Schwarzenbek und Umland unternimmt. Die Jusos (Jugendorganisation der SPD) versuchten für Escheburg, nach dem Brandanschlag auf eine noch unbewohnte Flüchtlingsunterkunft, das saubere Image wieder herzustellen oder gar zu bewahren. Menschen, Initiativen und Parteien wurden eingeladen, von denen das Engagement größtenteils dabei bleibt, sich stark betroffen zu fühlen, wenn Nazis und Rassist_Innen es mal wieder knallen lassen.

Jetzt tauchte in der Lauenburger Onlinezeitung ein Artikel unter der Überschrift „70 Jahre Kriegsende: Und im Herzogtum tummeln sich Rechtsextremisten.“ auf. Lustigerweise werden wir und andere Anarchist_Innen von der Presse ignoriert, aber dennoch wurde eine Collage aus zwei Bildern erstellt, von denen eines von uns aufgenommen wurde. Doch uns vergeht das Lachen, wenn man Zitate von Calvin Fromm zu lesen bekommt, in denen er versucht es so hinzustellen, dass er (und die restlichen Jusos) die Hauptquelle sei und die Schuld bei der CDU liegen würde, dass nichts unternommen würde.

Am interessantesten wird es bei diesem Zitat: „Erst im April hingen Rechtsextreme im Zentrum Schwarzenbeks Plakate mit menschenfeindlichen Inhalten auf, so Calvin Fromm.“ Davon kann er eigentlich nur schwer gewusst haben, außer er verfolgt unseren Blog oder er ist ein Frühaufsteher. Als die Nazis im April plakatieren waren, machten sich einige Anarchist_Innen bereits um 6 Uhr morgens auf den Weg, um die Propaganda zu entfernen. Da auf den Straßen niemand anzutreffen war, außer einer Person und zwei Polizist_Innen (die die Anwesenden kontrollierten), liegt aber die Vermutung nahe, dass Calvin doch ein eifriger Leser unseres Blogs ist.

Weiter ins Abseits manövrierte sich Calvin dadurch, dass er bereits bei der Einwohner_Innenversammlung Ende Oktober 2014 einige Anarchist_Innen ansprach und ihrem „Problem“ zu hören wollte. Als ihm gesagt wurde, dass es schon Hilfe genug wäre, einfach Nazipropaganda zu entfernen, zog er sich offensichtlich mürrisch zurück, da keine Wähler_Innenstimmen für die SPD zu gewinnen waren.

Dass es nur an der CDU im Kreis liegen soll, dass nichts gegen Nazis getan wird, halten wir schlichtweg für gelogen und für eine schlechte Ausrede. Jeder Mensch kann unabhängig von Parteien etwas gegen Nazis auf die Beine stellen und außerdem würden irgendwelche Beschlüsse im Kreistag eh nichts wirksames gegen Nazis bezwecken können. Nachvollziehbar ist es allerdings allemal, dass die CDU nichts gegen Nazis unternehmen möchte. Immerhin haben sie Frank Schmeil als Kreistagsabgeordneten, der unter dem Pseudonym „Rudi Rammer“ bei Facebook offen gegen Migrant_Innen, Flüchtlinge und Antifaschist_Innen hetzt.

Wir wollen nicht nur die Jusos kritisieren, sondern auch die Presse. Jetzt, wenn eine Parteijugend etwas über Nazis erwähnt, wird mit auf den Zug aufgesprungen. Aber wenn Anarchist_Innen bereits seit einem Jahr über die organisierte Naziszene berichten, wird es eifrig ignoriert. Dennoch ist man sich aber nicht zu schade, (bearbeitete) Bilder von den Anarchist_Innen zu verwenden.

Prinzipiell begrüßen wir es, wenn es nicht nur wir sind, die sich gegen Nazis positionieren. Aber bei der Heuchelei der Stadt, der Polizei und jetzt auch die der Jusos, bekommen wir nur das Kotzen. Obwohl es auch durchschaubar ist, woher die Quellen für diesen Artikel nun kamen. Sie kamen nicht von einem_einer aufmerksamen Bürger_In, sondern aus einer Facebookgruppe.

Einer Facebookgruppe die bereits seit der Demonstration gegen Naziaktivitäten im Dezember 2014 gegen alles antifaschistische hetzt. Bei ihren Diskussionen beteiligen sich u.a. offen bekennende Nazis und sie spiegeln genau das wider, auf das wir hinweisen. Den Rassismus der mittlerweile in der sogenannten Mitte Platz genommen hat. Nazis sprühen und plakatieren ihre Parolen nicht nur an Wände, sondern sie beteiligen sich an Diskussionen und bekamen und bekommen dafür auch noch Zuspruch. In dieser Gruppe wurde von Anfang an nicht eine Sekunde über das Naziproblem nachgedacht, sondern es wurde gleich gegen die, die es öffentlich machten, gehetzt. In dieser Gruppe gibt es jedes Mal einen riesigen Aufschrei, wenn irgendwo in der Stadt ein anarchistischer Aufkleber oder ein Graffiti auftaucht. Wenn die Nazis ehemalige NSDAP Wahlkampfsprüche oder hunderte rassistische Plakate an die Wände kleben und schmieren, wird behauptet so etwas sieht man nicht. Wie kann man es auch noch wahrnehmen, wenn man es täglich im Spiegel sieht?

Das Traurigste ist, dass in dieser Gruppe fast jede_r ist. Von Parteien, über Pressevertreter_Innen, die Bürgermeisterin und auch die Jusos. Kaum einer meldet sich in dieser Gruppe zu Wort, um sich antifaschistisch oder antirassistisch zu positionieren.

Die Heuchelei dieser Stadt macht uns krank und widert uns zu tiefst an. Ein sauberes Image mit einer „Willkommenskultur Schwarzenbek“ soll herbeigeführt werden, aber nebenbei gehen Nazis monatlich unbehelligt plakatieren.

Wir wissen, weshalb wir in offener Feindschaft mit euch stehen.

Noch während dieser Artikel geschrieben wurde, wurde das Bild von der Lauenburger Onlinezeitung geändert.


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