Schwarzenbek
Natürlich ist der Staat unser Ziel!
Von anarchistische Gruppe Schwarzenbek am 09. Februar 2014 veröffentlicht in Anarchie, Repression und Schwarzenbek.

Der von der Presse einst als „Super-Polizist“ gelobte Konrad Freiberg gibt uns durch das Interview mit der Lauenburgischen Landeszeitung 1 den Anlass uns zu Wort zu melden. Dreh- und Angelpunkt des Interviews war der 21. Dezember in Hamburg, die Einrichtung des Gefahrengebiets und natürlich auch die Unschuld der Polizei. Einst war Konny der Führer der GdP und laut Spiegel online der „bekannteste Ordnungshüter des Landes“2 – heute ist er der SPD-Vorsitzende und Bürgervorsteher in Schwarzenbek.

In dem Interview beschwert sich Konny über den Widerstand gegen Bullen, verteidigt das Gefahrengebiet als ein Gesetz, welches demokratisch zustande kam und schließt, nicht überraschenderweise, das Aggressionspotential der Bullen aus. Letzteres kann man durchaus hier gut beobachten. Auch spricht Konny von einem Gewaltblock von rund 4000 jungen Leuten. Allerdings verschweigt er deren Bewaffnung und gute Ausrüstung. (hier zu sehen)

Anders als Konny sehen wir die Straßenkämpfe am 21. Dezember nicht als „Gewaltexzesse“ an. Wir sehen sie als ein notwendiges und legitimes Mittel gegen die Autoritäten. Als einen Weg zu einem freien und lebenswerten Leben.

Oftmals wird auch den Demonstrant_Innen vorgeworfen, dass sie für ihre eigenen Ziele bestimmte Themen aufgreifen und instrumentalisieren, wie z.B. die Lampedusa Flüchtlinge in Hamburg. Man hat in den Medien lesen können, dass die „Autonomen“ anfangen auf ihren Demos gegen den Kapitalismus und den Staat zu wettern und damit das eigentliche Ziel der Demonstration aus den Augen verlieren. Dabei wird nicht gesehen oder bewusst übersehen, dass u.a. gerade der Kapitalismus, die Staaten mit ihren Gesetzen und Bullen dafür sorgen, dass es überhaupt Menschen gibt, die von ihrem Zuhause fliehen müssen. Die meisten Medien besitzen nicht einmal ein Denken, was außerhalb des Konstrukts Gesetz und Staat liegt. Sie kennen Aufstände und Revolutionen nur aus Geschichtsbüchern oder aus anderen Staaten, und auch dann nur, um eine neue Regierung zu bilden. In Deutschland wird Aufstand immer mit Chaos und Steuergeldverschwendung gleichgesetzt, nicht aber mit dem Sinn der dahinter steckt. Brennen aber in anderen Ländern die Barrikaden, wie jetzt bspw. in der Ukraine, dann heißt es „Regierungsgegner“ und dem Duft der Barrikaden werden liebliche Worte zugeflüstert. Wir sind auch Regierungsgegner_Innen, aber nicht nur von der momentanen in Deutschland, sondern wir verstehen uns als Feind_Innen jeder Regierung, ganz gleich in welchem Staat auch immer. Gesetze, Grenzen und Geld sind alles nur bloße Konstrukte die die Menschen selbst irgendwann schufen und welche letztendlich auch zerschlagen werden können. Man muss nur anfangen über den Tellerrand hinaus zu schauen und sich ein wenig zu träumen trauen.

Polizist_Innen sind durchaus auch unsere Feindbilder, nicht unbedingt der Mensch der in der Uniform steckt, aber die Funktion die dieser ausführt. Aus anarchistischer Sicht erübrigt sich die Frage, ob es „okay“ ist oder nicht, wenn diese Menschen um Gesetze durchzusetzen andere Gesetze brechen. Für uns ist es nicht von Bedeutung ob etwas legal oder illegal ist, weil diese Definitionen auch von der Herrschaft erschaffen wurden und auch noch werden. Für uns zählt die Menschlichkeit und der Wille nach Selbstbestimmung und Freiheit für jeden Menschen. Polizist_Innen denken nicht, sie handeln und führen den Befehl aus, den sie erhalten. Sie verteidigen Naziaufmärsche, schieben Menschen ab, verprügeln und töten Menschen und das wichtigste und ausschlaggebendste ist, dass sie den Staat zu verteidigen versuchen. Deshalb hat Konny recht, wir greifen mit jedem Angriff den Staat an. Jeder unserer Atemzüge ist gegen den Staat gerichtet, jedes gesprochene und geschriebene Wort. Und solange wir nicht frei atmen können, wird eines unserer größten Feindbilder der Staat sein. Bis er fällt.

Es gibt etwas schöneres als das Bestehende und danach werden wir immer, zu jeder Zeit greifen, bis wir es endlich erreicht haben. Und genau das tun wir, wenn wir auf die Straße gehen, uns den Bullen in den Weg stellen, das Pfefferspray und die Knüppel abbekommen.

Für eine Aufständische Praxis und für ein Leben in Liebe und Anarchie!

  1. Interview mit Konrad Freiberg in der Lauenburgischen Landeszeitung [zurück]
  2. Artikel über Freiberg beim Spiegel Online [zurück]


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