Schwarzenbek
Naziproblem nur „Parolenkrieg“?
Von anarchistische Gruppe Schwarzenbek am 04. November 2014 veröffentlicht in Antifaschismus, Anarchie und Schwarzenbek.

Es ist immer wieder erschreckend, auf welch niedrigem Niveau Medien arbeiten. In diesem Fall ist es dem „Schwarzenbeker Anzeiger“ gelungen, inhaltlich völlig mit Inkompetenz zu glänzen. In dem Artikel „Parolenkrieg der politischen Ränder“ wird behauptet, dass Schwarzenbek bislang keinerlei Probleme mit politischen „Extremist_Innen“ hatte. Die Tatsache, dass nach dem Brandanschlag auf das Feuerschloss 2009 ein rassistischer Bekenneranruf bei der Presse einging scheint dem_der Verfasser_In hierbei entgangen zu sein.

Nebenbei versucht der_die Verfasser_In mit dem Artikel zu vermitteln, wie gut recherchiert wurde. Anhand selbst ausgedachten Faustregeln zum Erkennen von Nazipropaganda (zwei schwarze Fahnen) und von linker Propaganda (eine rote und eine schwarze Fahne), wird versucht besonders bewandert auf diesem Gebiet rüber zu kommen. Dass das Unsinn ist, lässt sich leicht feststellen, wenn man dieses Bild von den Naziaufklebern betrachtet, welches eine rote und eine schwarze Fahne enthält. Dass sich Nazis dem Erscheinungsbild der autonomen Szene anpassen, um so leichter Zuwachs zu bekommen, ist eigentlich keine Neuheit. Aber auch das scheint dem Recherchierenden bei der Recherche entgangen zu sein.

Aber am aller schlimmsten an diesem Artikel ist, dass Dank der Extremismustheorie versucht wird „links“ und „rechts“ gleichzusetzen. Es wird sich darüber beschwert, dass bei der Einwohner_Innenversammlung am 30.10. nur die Naziaufkleber von einer Person angesprochen wurden, nicht jedoch die „linken“. Ganz offensichtlich kann auch der_die Verfasser_In nicht den Zusammenhang zwischen Nazis und Hass auf Flüchtlinge erkennen. Es zeugt von einer ungeheuren Fehlinterpretation der NS-Zeit und den Menschen, die diese Ideologie noch immer verfolgen, wenn man diese mit Menschen gleichsetzt, die Nazis bekämpfen. Für den_die Verfasser_In ist es vielleicht nur Sachbeschädigung, wenn Nazis ihre Hetze an Wände schmieren oder die ganze Innenstadt plakatieren. Für viele andere sind das die Gründe weshalb sie Angst haben. Und für uns sind das Gründe, dass Eingegriffen werden muss!

Gegen Nazis, Extremismustheorie und gegen extrem inkompetente Redakteur_Innen!

Artikel aus dem „Schwarzenbeker Anzeiger“.


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