Schwarzenbek
Solidarität und Liebe unseren Freund*Innen der AHL
Von anarchistische Gruppe Schwarzenbek am 09. Juni 2016 veröffentlicht in Anarchie und Antifaschismus.

Normalerweise ist uns die Junge Union, ob in Büchen oder sonst wo, herzlich egal und sind, außer um unserer Belustigung zu dienen, nicht weiter relevant. Ebenfalls wollen wir eigentlich nicht den von der JU Büchen gewünschten Beißreflex hergeben, sehen uns allerdings angesichts der Betroffenen dazu genötigt.

Angegriffen wurde dieses Mal das „Linksrock für‘n Euro“, ein linker Konzertabend in Büchen, welcher seit acht Jahren einmal jährlich stattfindet. Genau abgezielt hatte es die JU Büchen auf die Antifa Herzogtum Lauenburg, welcher ihr schon seit Jahren ein Dorn im Auge ist. Das Linksrock hat nicht zum ersten Mal für negative Aussagen in der Büchener Politik gesorgt, weil anschließend immer überall in Büchen böse „linksextreme“ Aufkleber auftauchen. Dass allerdings das restliche Jahr fast durchgehend nationalsozialistische, rassistische und sexistische Hetze an den Wänden in Form von Graffiti, Aufklebern und Plakaten steht scheint niemanden zu stören – ganz besonders nicht die Junge Union.

Die Junge Union versucht sich auf tölpelhafte Art und Weise als Verfechter*In der Demokratie zu inszenieren, positioniert sich vermeintlich gegen jeden Extremismus und besitzt doch keine anderen Mittel außer der Denunziation von Antifaschist*Innen. Ebenso scheint sie die momentane europaweite rassistische Stimmung verpasst zu haben, oder schwimmen gemeinsam mit ihrer Mutterpartei mit und feiern vermutlich noch, dass nach der Schließung der Balkanroute, die Flüchtlinge wieder im Mittelmeer ersaufen. Büchen hat ein verdammtes Neonaziproblem, welches weit über ein paar Aufkleber geht. Aber gut, dass die Retter*Innen der Demokratie angeritten kommen, in den Medien vor den bösen „Linken“, die einen Tag mal ohne Rassismus und Nationalismus feiern wollen, warnen und hinterher gleich zum Spanferkelessen einladen. Es wird eh schon so viel Blut durch Neonazis vergossen, da fällt es nicht weiter auf, wenn die JU weiter Blut vergießt. Ob nun das arme Schwein, das von diesen Unmenschen gefressen wird oder die Menschen, die durch ihre geistige Brandstiftung erst zu Opfern gemacht werden. Offensichtlich reicht es der JU Büchen nicht, dass in einer Geflüchtetenunterkunft in Büchen „nur“ eingebrochen und randaliert wurde.

Lustigerweise, ist es mit der Jungen Union Büchen ähnlich wie mit den Jusos Herzogtum Lauenburg. Beide behaupten aktiv gegen „Extremismus“ zu sein. Dabei sind es immer Anarchist*Innen und Antifaschist*Innen die im Kreis den braunen Mist von den Straßen entfernen. Klar, die Hände werden sonst ja auch schmutzig und das würde erstens nicht zu den konservativen Rechten der Jungen Union passen und zweitens auch nicht zu den Jusos, die schmutzige Hände höchstens vom Hinfallen bekommen würden. Was jedoch bei beiden schmutzig ist, sind ihre Westen. Durch die Reproduktion der Extremismustheorie und der Gleichsetzung von „Links-“ und „Rechtsextremismus“ relativieren sie nicht nur die Verbrechen der nationalsozialistischen Mörder*Innen des dritten Reichs, sondern sorgen auch noch dafür, dass Neonazis nicht als ernst zunehmendes Problem anzusehen sind. Sie sind keine Problemlösung. Sie sind Teil des Problems und dieses Problem heißt Nationalismus.

So sehr wir auch die Junge Union verachten, so deutlich müssen wir abschließend sagen, dass unsere Solidarität in diesem Fall einzig der Antifa Herzogtum Lauenburg gilt und nicht an irgendeine der Parteijugend die beim Linksrock beteiligt gerichtet ist.

Betroffen sind einige – Gemeint sind alle!


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